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Zahnarzt Info
Die weiche Unterfütterung und ihre Bedeutung in der Totalprothetik von Prof.Dr.Nicolas Abou Tara
Prothesoft®
ist die zweite Generation dieser Art von Unterfütterungsmaterial.
Seine Zusammensetzung wurde noch wesentlich verbessert, um die Restmonomere
nicht nur zu verringern, sondern gar zu beseitigen. Prothesoft ist ein
weich werdendes Unterfütterungsmaterial, das für die Zahnärzte,
Zahntechniker und vor allem für die Patienten enorme Vorteile mit
sich bringt (Abb. 1).
Ein weich bleibendes Unterfütterungsmaterial muss nach Meinung von Kuck (1952), Breustedt und Lenz (1983) sowie von Reubert und Siebert (1988) folgende allgemeine Eigenschaften besitzen:
Prothesoft ist ein weich werdendes und vor allem weich bleibendes Unterfütterungsmaterial, das auf Methylmethacrylat sowie 2-Hydroxyethylmethacrylat beruht. Seine Eigenschaft und seine Zusammensetzung entsprechen jeglichen Anforderungen an ein Weichunterfütterungsmaterial. Durch seine Verarbeitungsmethode und seinen Heißpolymerisationsvorgang enthält es keine Restmonomere. Gründe für die Notwendigkeit dieses UnterfütterungsmaterialsDer Sitz einer Totalprothese war, ist und bleibt für den Zahnarzt problematisch. Die diesbezüglichen Schwierigkeiten liegen darin, einen festen Halt der Prothese zu erreichen, ohne dass dieselbe sich bewegen bzw. sich vom Kieferkamm abheben und zu schaukeln beginnen kann. Wir wissen, dass der feste Sitz einer Totalprothese von folgenden Faktoren bzw. Maßnahmen abhängig ist:
Seit geraumer Zeit versuchen die Patienten
in diesem Falle selbst Abhilfe zu schaffen und somit ihren Totalprothesen
mit verschiedenen Klebemitteln, wie z. B. Pulver, Cremes, Folien etc. einen
festen Sitz zu verschaffen. Alle diese Mittel reizen jedoch die Mundschleimhaut,
verursachen des öfteren Allergien und bilden einen guten Nährboden
für Bakterien, die ebenfalls negative Auswirkungen auf die Schleimhäute
haben (Abb. 2-5).
Auch die Zahnärzte, Oralchirurgen, Implantologen sowie Kiefer- und Gesichtschirurgen versuchen immer wieder mit fragwürdigen Methoden ihren Patienten zu helfen. So etwa durch verschiedene Operationsmethoden, Transplantate, Implantate oder Knochenersatzmaterial. Alle diese Methoden sind jedoch mit
großen Komplikationen, Schmerzen und somit also mit deutlichen Misserfolgen
verbunden, die sogar zur Beschädigung des restlichen Kieferkammes
führen können. Oft treten auch unerträgliche Neuralgien
als Folgeschäden von Operationen auf, besonders im Bereich der Foramen-Mentalis.
Auch spontane Kieferbrüche nach Implantationen in sehr dünne
und atrophierte Kiefer können als Folge derartiger Handlungsoperationen
auftreten (Abb. 6 und 7). Dies alles geschieht zusätzlich zu den hohen
Kosten, die die Patienten ohnehin schon tragen müssen.
Alle diese eben genannten Aspekte haben
meine Forschungsgruppe und mich veranlasst, nach einer Methode zu
suchen, die einen festen Sitz der Totalprothese ermöglichen kann,
ohne dass irgendwelche chirurgischen Eingriffe oder sonstige ungünstige
Verfahren vorgenommen werden müssen. Die von uns erforschte Methode
beruht auf den Faktoren "Adhäsion" und "Kohäsion" zwischen der
Prothesenbasis aus Acrylat und der Schleimhaut des Kieferkammes. Daraus
resultiert eine Anziehung zwischen der Innenfläche der Prothesenbasis,
die mit Speichel infiltriert ist, und dem Speichel an der Mundschleimhaut.
Diesen Mechanismus kann man mit zwei aufeinander liegenden angefeuchteten
Glasplatten vergleichen. Auch diese lassen sich zwar seitlich aufeinander
bewegen, nicht aber vertikal voneinander trennen (Abb. 8).
Die Materialien, die in der Totalprothetik eingesetzt werden - wie z.B. Acrylate oder Metalle - sind von Haus aus sehr hart und starr. Außerdem können sie keinen Speichel aufnehmen. Andere weiche Unterfütterungsmaterialien können auch keinen Speichel aufnehmen. Sie benötigen ebenfalls eine schwierige und komplizierte Verarbeitungsmethode und verfügen über keine leichte Handhabung der Ausarbeitung wie z. B. durch Ausschleifen, Schaben oder Polieren. Im Gegensatz dazu entspricht unsere Methode haargenau den Anforderungen der Weichunterfütterung von Teil- und Totalprothesen. Unser Material verfügt über eine einfache Art und Weise der Verarbeitung sowie der späteren Ausarbeitung der Prothese. Diese, bei dieser Methode vorhandenen Eigenschaften, vereinfachen das Arbeiten des Zahnarztes bzw. Zahntechnikers um ein Vielfaches und ermöglichen zusätzlich dem Patienten ein sicheres und äußerst angenehmes Gefühl beim Tragen der Prothese. Eigenschaften des Materials ProthesoftSeine LD 50 liegt bei 6,7 mg/kg, oral bei CD-Ratten. Dies bedeutet, dass Prothesoft®, ähnlich wie auch durch die Untersuchungen von U. Liebezeit bestätigt wurde, keine teratogene oder toxische Wirkung besitzt.Die Verarbeitungsmethode ist als traditionell zu bezeichnen und lässt sich auf äußerst simple Weise durchführen: nach der vorgenommenen Polymerisation lässt sich Prothesoft® mit konventionellem Instrumentarium und entsprechenden Tätigkeiten wie Fräsen, Ausschleifen oder Polieren ausarbeiten. Nach der Polymerisation dieses Materials erhalten wir eine weiche Fläche an der Innenseite der Prothese, die nach ca. 15-30 Minuten an der Raumluft hart wird. Dies erlaubt die spätere Ausarbeitung der Prothese mit o. g. Instrumentarium und technischen Vorgängen. Im Mund jedoch verfügt Prothesoft® über absolut positive Eigenschaften. So wird etwa durch Mikroporosität der Speichel aufgenommen. Zusätzlich quillt Prothesoft® innerhalb von nur vier Stunden und wird im Zuge dieser Zeit immer weicher und weicher. Das Gewicht nimmt nun um drei Prozent zu, während das Volumen zur inneren Seite hin um 13 Prozent zunimmt. Ein besonderer Vorteil von Prothesoft® ist seine Fähigkeit zu quellen. Dieses Verfahren sorgt für einen festen Sitz der Prothese. Durch diese Quellung füllt die Unterfütterung sämtliche Spalt- und Hohlräume zwischen der Prothese und dem Kieferkamm aus. Somit entsteht ein Klemmeffekt in den unter sich gehenden Partien des Kiefers. Nun schließt sich alles ventilartig und passt sich auf diese Art und Weise punktgenau an das Kiefertegument an. Aufgrund der relativen Weichheit des gequollenen Prothesoft® wird jedes mechanische Trauma oder gar eine noch heftigere Verletzung des Kiefers in jedem Falle vermieden. Durch die Kaukraft und die Umhüllung des Unterfütterungsmaterials® mit dem harten Prothesenkunststoff entsteht ein pumpenartiger Effekt. Dieser führt nun zur dauerhaften Aufnahme und Abgabe von Speichel im gequollenen Prothesoft® und führt zur ständigen Selbstreinigung der Innenfläche der Prothese. Die herausragenden Eigenschaften der permanenten Weichunterfütterung durch Prothesoft® und ihre Bedeutung in der Totalprothetik könnte man wie folgt zusammenfassen:
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